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Sehenswürdigkeiten in Belgrad












 Festung von Belgrad Das bedeutendste Bauwerk und bekannteste Wahrzeichen Belgrads ist die Belgrader Festung. Die strategische Lage begünstigte hier seit der Antike eine städtische Befestigung. So befestigten die Römer das Plateau nach der ersten Kelto-Thrakischen Siedlung im 1 Jh. n. Chr. durch ein Castrum, die Byzantiner im 6. Jahrhundert durch ein Kastell, sowie der serbische Despot Stefan Lazarević durch eine weitläufige mittelalterliche Burg mit Doppelmauer, Wassergräben und einem Schloss. Im Zuge der Türkenkriege wurde die Burg nach Eroberung von Prinz Eugen zu einer Festung mit Artillerie-Bastionen ausgebaut. Nach mehrmaligen Zerstörungen und Rekonstruktionen der Festung besteht sie im Kern aus einer Anlage des 15 Jahrhunderts mit Erweiterungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Festung teilt sich in die Ober- und Unterstadt. Die Oberstadt thront auf einem Kalksporn in 125 m Höhe, 50 m darunter erstreckte sich die Unterstadt auf der Alluvialebene im Save-Delta. Im Mündungsdelta der Save in die Donau liegt die Großen Kriegsinsel. Die seit der Wiedererrichtung des byzantinischen Kastrons und einer deltoiden Burg im 12 Jh. unter dem byzantinischen Kaiser Manuel I. ständig weiter ausgebaute Festung erstreckt sich heute mit den Grünanlagen über 50 ha. Innerhalb des Komplexes liegen zwei Kirchen, mehrere Tore und Kettenbrücken, zwei Brunnen mehrere Bronzedenkmäler, die Ausstellungspavillons des Naturkundlichen Museums, das Militärmuseum mit einem Arsenal an Panzern, Gewehren und Raketen, die Kunstgalerie Pavilion Cveta Zuzorić und der Zoologische Garten. Jedes Jahr werden am Tag der Republik am 15. Februar die Feierlichkeiten durch Artilleriesalutschüsse der Garde von der Festung aus eingeleitet. Das Monument des Fermans vor dem Stambol Tor im Kalemgdan erinnert an den 19. April 1867 als ein Ferman des Sultans Abdul Aziz den Abzug des letzten türkischen Festungskommandanten Ali-Pascha Rizas und der türkischen Besatzung einleitete und Fürst Fürst Mihajlo symbolisch die Stadtschlüssel überreicht wurden. Damit endeten fast 350 Jahre Türkischer Herrschaft in Belgrad. Auf dem Vorfeld der Festung erstrecken sich auf dem Gelände des ehemaligen Glacis der große und kleine Kalemegdan Park. Im Kalemegdan sind zahlreiche bronzene Büsten bedeutender serbischer Gelehrter, Schriftsteller und Künstler aufgestellt. Seit 1948 befindet sich auf einer Terrasse das kommunistische Grabmal der Nationalhelden. Hier sind die Partisanen und Kommunisten Đuro Đaković (1886–1929), Ivan Milutinov (1901–1944), Ivo Lola Ribar (1916–1943), und Moše Pijade (1890–1957) beerdigt.
Architektur und Sehenswürdigkeiten Belgrad bietet eine große Anzahl von Sehenswürdigkeiten aus verschiedenen Epochen und historischen Bauwerken unterschiedlicher Kulturen. Der moderne Ausbau Belgrads und die Rolle als Hauptstadt verlangte repräsentative Bauwerke, die in den Residenzen der serbischen Herrscher, Verwaltungs- und Regierungsgebäude demokratischer Regierungen, sowie der Architektur autorativer sozialistischer Machthaber auch jeweils einen anderen Topos verlangte. Dass Belgrad noch Anfang des 20. Jahrhunderts ein kleiner, mehr orientalisch als europäisch anmutender Markt, mit wenig repräsentativer Architektur, sowie unharmonisch strukturiertem Stadtbild war, bezeugt unter anderem auch der Reisebericht des jungen Le Corbusiers, der die Stadt 1910 wenig rühmlich beschrieb: “Ganze zwei Tage haben wir uns von der Illusion von ihr (Belgrad) befreit, und das so endgültig und gründlich, da die Stadt tausendmal weniger definiert ist als Budapest. Wir hatten uns das Tor nach Osten vielfach ausgemalt, eine von bunter Lebhaftigkeit vibrierende Stadt und sie uns mit geschmückter und mit Federschmuck und lackierten Stiefeln ausstaffierter Kavallerie vorgestellt. Dies ist eine lächerliche Hauptstadt; sogar noch schlimmer, eine anrüchige Stadt, schmutzig und desorganisiert. Seine Lage aber ist umwerfend.” Erst nach dem Ersten Weltkrieg nimmt Belgrad modernere Konturen an, die durch ein urbanes Bildungsbürgertum auch im Inneren modernisiert wirken. Die ehemals wenig repräsentativen Gebäude der Verwaltung und Regierung werden jetzt von international erfahrenen Architekten zeitgemäß gestaltet. Auch die Residenzen der serbischen Könige kontrastieren zu den orientalisch anmutenden Konaken (Konak der Fürstin Ljubica und der Konak des Fürsten Miloš) des 19. Jahrhunderts. Die Konake weichen den europäischen Königshäusern würdigen klassizistischen Residenzen (Altes und Neues Schloss, Königliche Schloss und Beli dvor), die niedrigen Gaststätten (CAFÉ "?" (1823)) modernen und luxuriöseren Restaurants (Restaurant London, Restaurant Ruski Car (1890)), die ebenerdigen Stadthäuser (Kosaničev Venac) mehrgeschossigen Wohnhäusern (Knez Mihajlova ulica). Belgrad wandelt sich in der Zwischenkriegszeit zu einer echten Großstadt, mit einem Nebeneinander architektonischer Strömungen der Moderne, wie des Bauhausstiles (Palata Albanija), des Neoklassizismus (Skupština), sowie des pseudobyzantinischen Stils (Kirche des Hl. Marko). Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmt wiederum eine historische Diskontinuität die stadtplanerische Entwicklung. Mit Ende der Monarchie und der Übernahme der Macht durch die Kommunisten orientieren sich auch die Architekten an der Sozialistischen Architektursprache. Besondere Förderung erlangen aber die kulturellen Institutionen des Landes und sowohl die zahlreichen Theater wie Museen werden während dieser Epoche besonders gefördert. Auch entstehen erstmals größere Sportstätten und die Industrialisierung der Vororte durch sozialistische Großbetriebe und neuerrichtete bevölkerungsreiche Stadtteile (Novi Beograd) verändern das Stadtbild. Ein Hemmnis des schnellen Bevölkerungswachstums für die Stadtentwicklung nach 1945 stellt der nicht adäquate Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, da bis heute kein modernes kapazitätsstarkes Personennahverkehrs-System eingerichtet worden ist. Traditionelle balkanische Architektur Vom Herz der Stadt dem Stari Grad wird die Bausubstanz zu den Außenbezirken hin sukzessive moderner. Reste der typischen balkanischen und osmanischen Architektur sind insbesondere im Stadtteil Stari Grad erhalten. Hier liegen neben den Resten der antiken Siedlung Zeugnisse aus dem Mittelalter und der historische Kern des fürstlichen Belgrads des 19. Jahrhunderts. Mit der Befreiung Belgrads verschwinden die meisten osmanischen Bauwerke mit Ausnahme der Bajrakli Moschee, der Türbe von Damad Ali-Paşa sowie den Balkanischen Konaken und alten Stadthäusern mit der (Residenz) der Fürstin Ljubica, (Konaks der Fürstin Ljubica) (1829–1831), dem CAFÉ "?" (1823) und dem Manak Haus (um 1830) sowie das Vuk- und Dositej Museum (Vukov i Dositejev muzej). Es ist im Gebäude der einstigen Großen Schule untergebracht, die 1808 der serbische Aufklärer und erste serbische Bildungsminister Dositej Obradović als Lyzeum eröffnete. Außerhalb der Stadt liegt ein weiterer schöner Konak, der Konak des Fürsten Milos im Park Topčider. Nach den Konaken für seine Ehefrau und Kinder in der Stadt ließ Fürst Miloš Obrenović diesen von 1831 bis 1834 bauen. Modernisierung im Stil des europäischen Klassizismus Die städtebauliche Erneuerung Belgrads ist eng mit dem Namen Emilijan Josimović verbunden, dessen 1867 ausgearbeiteter Regulierungsplan angenommen wurde. Er ließ die Stadtmauer schleifen, unter anderem zerstörte man das verhasste Stadttor der Stambol kapija, ließ Straßen begradigen und in der Folgezeit Gebäude im gängigen Stil der Neoklassik errichten. Der Einfluss in der Architektur im 19. Jahrhundert mit Einflüssen aus dem Neoklassizismus, der Romantik und der akademischen Kunst zeigt sich bei den Serbischen Architekten, die Arbeiten der Westlichen Architektur aufgriffen. Das Nationaltheater wurde 1868–1869 auf dem Trg Republike an Stelle des Stambol Kapija nach Plänen des Architekten Aleksandar Bugarski, eines der erfolgreichsten Bauherren Belgrads im 19. Jh, erbaut. Der Bau entspricht dem allgemeinen Typ der Theaterhäuser jener Zeit, besonders dem Gebäude der Mailänder Skala, deren Renaissance-Konzeption und dekorative Bearbeitung übernommen wurde. Am Platz der Republik steht auch das Serbische Nationalmuseum aus dem Jahre 1902, nach Plänen von Andre Stevanović und Nikola Nestorović gebaut. Vor dem Museum befindet sich das Reiterstandbild des Fürsten Mihailo Obrenović von Enrico Pazzi von 1882. Von den vielen klassizistischen Gebäuden der Prachtstraße Belgrads, der Knez Mihailova ulica (Fürst-Michael Straße) ragt besonders die 1923-1924 nach den Plänen von 1912 von Dragutin Đorđević und Andre Stevanović im akademischen Stil mit Elementen der Sezession errichtete Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste heraus. Eines der wenigen Bauwerke der Sezession in Belgrad ist das Hotel Moskva. Es stammt von 1908 und liegt prominent auf dem Terazije. Vom Terazije wurde der Ulica Kralja Milana Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Verlängerung der Knez Mihailova als Prachtstraße weiter ausgebaut. Hier entstanden das Alte Schloss, die offizielle Residenz der Obrenović-Dynastie, in dem heute die Stadtverordnetenversammlung von Belgrad untergebracht ist, zwischen 1882 und 1884 wieder von Aleksandar Bugarski im Akademismus des 19. Jh. erbaut. Es übertraf alle bisherigen Residenzen der serbischen Herrscher in der Stadt. Gegenüber des Alten Schlosses wird dieses vom Neuen Schloss, zwischen 1911 - 1922 erbaut, flankiert. Heute residiert hier der Präsident von Serbien. Ursprünglich von König Peter I. Karađorđević geplant, war es von 1922 - 1933 die offizielle Residenz von König Alexander I. Karađorđević, der 1933 nach der Verlegung seiner ständigen Residenz auf den Dedinje, das Gebäude als Museum König Peters I. der Stadt übergibt. Außerhalb der Stadt dem Dedinje befindet sich das königliche Schloss zusammen mit dem Beli dvor mit der Kapelle des Hl. Apostel Andreas. Von 1903 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges residierte hier die Karađorđević-Dynastie. Das Königliche Schloss ist im Neobyzantinischem Stil errichtet und ahmt in seinen Innenräumen die Prachträume im Moskauer Kreml nach. Sozialistischer Klassizismus und Moderne Belgrad wurde insbesondere nach dem für Serbien siegreichen Ersten Weltkrieg als Hauptstadt des zur Regionalmacht gewachsenen Königreichs Jugoslawien auch durch die neuentstandene großzügige Regierungs- und Repräsentationsarchitektur im eigenen Selbstverständnis baulich als Metropole der westlichen Balkanhalbinsel angepasst. Südlich von Belgrad erinnert auf dem Gipfel des 511 Meter hohen Avalas ein Hauptwerk des Hauskünstlers der Karadordevic Dynastie, dem kroatischen Bildhauer Ivan Mestrovic, das Denkmal des Unbekannten Soldaten an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wie auch das auf der Terrasse der Belgrader Festung stehende bronzene Siegesmonument des Pobednik. Für den Bau des Denkmals auf dem Avala wurden insgesamt 8000 m³ Granit aus Jablanica beschafft. Die Monumentalfiguren der acht die Frauen der jugoslawischen Völker verkörpernden Karyatiden wurden aus Blöcken von bis zu 15 Tonnen Gewicht gearbeitet. Insbesondere beauftragte der Monarch Aleksandar Karađorđević aber die fast überwiegend aus Moskau und St. Petersburg während der Russischen Oktoberrevolution emigrierten russischen Architekten mit der Errichtung der repräsentativen Monumentalbauten der Epoche, doch auch die Fassade des 1908 erbauten Hotels Moskva geht schon auf Entwürfe St. Petersburger Architekten zurück. Der bedeutendste russische Architekt der Zwischenkriegsperiode ist Nikola Petrovič Krasnov. Von Krasnov stammen das während von der NATO Bombardierung 1999 schwer beschädigte heutige Regierungsgebäude Serbiens (Zgrada Vlade Srbije 1926-1928, vormals Finanzministerium), das Außenministerium (1926–1929) und insbesondere auch die Innenarchitektur der Skupština und die im Schema des Moskauer Kremls nachempfundenen Räume des Königlichen Schlosses auf dem Dedinje. Weitere russische Emigranten wie Vasilij Fjodorovič Baumgarten errichteten das alte Generalstabsgebäude (1924–1928), Viktor Lukomski das Gebäude des Serbischen Patriarchats (1936) und von Valerij Staševski die Russisch-Orthodoxe Kirche im Tašmajdan. An der endgültigen Gestaltung der Alexander-Newski-Kirche wirkte der Russische Architekt Vasilij Androsov. An den mittelalterlichen serbisch-byzantinischen Stil knüpft der Entwurf der Ende der 1930er im Stadtteil Vračar begonnenen Kathedrale Hl. Sava als größter christlich-orthodoxer Kathedrale Südosteuropas. Mit einer Grundfläche von 3500 m² zu 7570 m² entspricht sie ungefähr den Dimensionen der Hagia Sophia in Istanbul. Zeitgleich wurde die zweitgrößte Kirche, die Markuskirche, errichtet (1941 vollendet), die unweit der Nationalversammlung Serbiens, der Skupstina steht. Sie ahmt den Stil des Klosters Gračanica nach, welches das herausragende sakrale Bauwerk der Palaiologischen Renaissance und eines der bekanntesten Bauwerke der byzantinischen Kunst überhaupt ist. An die Monarchie anknüpfend übernahmen die nach dem Zweiten Weltkrieg an die Macht gekommenen Kommunisten Titos die klassizistischen monarchistischen Bauwerke und -tradition, griffen aber zugleich auf zeitgenössische Modelle das Sozialistischen Klassizismus und nach dem Bruch mit Stalin 1948 insbesondere auch auf den Internationalen Stil, der hier durch die Schule von Le Corbusier geprägt wurde, zurück. Dem kommunistischen Baugedanken entsprachen aber die Monumental-Gedenkstätten, sowie die mit zahlreichen heroischen Darstellungen von Partisanenschlachten geschmückten Inneneinrichtungen der Regierungsgebäude. Zu den wenigen zum Sozialistischen Klassizismus zählenden Bauwerken in Belgrad gehören die säulen- und turmgeschmückte Glavna Posta, das Gebäude der Eisenbahndirektion und das Haus Dom Sindikata am Platz Trg Nikole Pašića (ehemaliger Marx und Engels Platz). Dem von Le Corbusier geprägten Begriff Brutalist Architecture entsprechen neben zahlreichen Wohnblöcken in Novi Belgrad insbesondere der Genex-Turm, der auch als das Westliche Tor Belgrads bezeichnet wird. Durch die immer auch nach Westen offene Gesellschaft und der oftmals stärker den westlichen Stilen folgenden Architekten des ehemaligen Jugoslawiens kamen sogar die einzigen im Internationalen Stil errichteten Wolkenkratzer mit Glasfassade in Osteuropa in Belgrad zur Ausführung (Palata Ušče, 1961; Beograđanka, 1979). Zudem verlangte die rasche Erweiterung Belgrads nach dem Zweiten Weltkrieg auf der linken Save-Seite die Konzeption der völlig neuen Großstadtgemeinde Novi Beograds. Neben dem von dem Autorenteam Anton Urlih, Vladimir Potočnjak, Zlatko Najman und Dragica Perak 1947 projektierten und 1959 von Mihajlo Janković vollendeten heute Palata Srbije genannten Gebäude schufen hier neben Mihajlo Janković (Palata Ušće, 1961, 1999 während der NATO-Bombardierung schwer beschädigt) die Architekten Mihajlo Mitrović (Genex Turm, 1970-1980), Stojan Maksimović (Sava Kongresszentrum, 1977, Hotel Interkontinental, 1979) und Branislav Jovin (Mostarska petlja) die bedeutendsten modernen Bauwerke Belgrads. Zu den überregional künstlerisch herausragenden Architekturen der Modernen Zeit in Belgrad gehören der Palata Srbije und das Museum für Moderne Kunst. Seit den 1980er Jahren überwiegt auch in Belgrad die oftmals einfallslose Architektur mit Glasfassaden wie im übrigen Europa.
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