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Parks in Belgrad



In Belgrad sind abgesehen von natürlichen Wald- und Grünflächen insgesamt 65 Parks mit einer Gesamtfläche von 362 ha ausgewiesen. Die Parks sind unregelmäßig über das Stadtgebiet verteilt, die größte Anzahl findet sich im engeren Stadtzentrum, die flächenmäßig ausgedehntesten in Novi Beograd sowie an der Peripherie. Der bekannteste und kulturhistorisch bedeutsamste Park ist der Kalemegdan. Auf dem ehemaligen Glacis der Festung und an Stelle des römischen Singidunum finden sich neben alten Baumbeständen, Aussichtsterrassen und Sportstätten zahlreiche kulturhistorische Denkmäler, der 7 ha große Zoo, das Militärhistorische Museum von Belgrad, das Serbische Naturkundemuseum, die Galerie Cvijeta Zuzorić, die Bronzestatuen von Simon Roksandić (Borba, Kampf des Fischers mit der Schlange, 1906) und Ivan Meštrović (Pobednik, 1928, Merci a la France, 1934) und die Allee der Großen. Vom Bulevar Kralja Aleksandar gegenüber der Skupština und den Straßen Kralja Milana, Kneza Miloša und Dragoslava Jovanovića liegt der Pionirski Park: er wird als einer der schönsten Parks von Belgrad angesehen. Bis 1944 von hohen Mauern umgeben war er ursprünglich Garten des Alten Schlosses. Zwischen Pionirski Park und der Straße Kralja Milana führt der Andrićev venac, mit dem Denkmal für Ivo Andrić (der große Literat und Nobelpreisträger Serbiens). Unweit der Skupština liegt der Tašmajdan. Einst Steinbruch (tas kommt vom Türkischen Stein, majdan Bruch oder Feld). Im Tašmajdan sind etliche Kavernen, wie ehemalige Militärschanzen. Der Tašmajdan hat eine Fläche von 10,9 ha und teilt sich in den Kleinen und Großen Tašmajdan. Im großen Tašmajdan liegt die Kirche Sv. Marko, dahinter die kleine Russisch Orthodoxe Kirche. Direkt in der Altstadt findet sich der Akademski (Univerzitetski) Park der alten Belgradern auch als Pančićev Park (nach Josif Pančić) bekannt ist. Er steht auf dem Platz des ehemaligen türkischen Friedhofs. Um das Gelände im ehemaligen Zentrum der Altstadt standen in osmanischer Zeit die Wohnhäuser der bessergestellten türkischen Einwohner, sowie Hans, Türben und Moscheen. Von 1827 bis 1927 fand sich auf einer Seite des Friedhofs, der Mitte des 19. Jh. ganz aufgelöst wurde, auch der größte offene Markt der Stadt. Emilijan Josimović regte als erster eine Umgestaltung des Platzes an und 1869 wurde ein Teil zum ersten Park Belgrads umgewandelt. Weitere Konturen nimmt dieser nach 1897 an, als die Statue Josif Pančićs aufgestellt wird. Der Botanische Garten Jevremovac liegt in Stari Grad nicht weit von der Skupština. Er ist einer der ältesten wissenschaftlichen botanischen Gärten der Balkanhalbinsel und wurde von Josif Pančić angeregt und 1874 ursprünglich in Dorčol eingerichtet. 1889 stellte König Milan I. Obrenović 4,5 ha seiner Obstgärten mit der Auflage, diesen nach seinem Großvater Jevrem zu benennen, für den Garten zur Verfügung. Heute besitzt dieser eine Fläche von 5 ha und beherbergt neben einem Glashaus von 1892 das Herbarium der Biologischen Fakultät, die Bibliothek und Institute der Geobotanischen und Systematischen Botanik. Auf dem Svetosavski plato mit der Sava Kathedrale im Stadtteil Vračar liegt der Park des Heiligen Sava. Hier ist neben der größten Kirche Belgrads auch die Nationalbibliothek Serbiens. Anschließen tut sich der 2,86 ha große Karađorđev Park, der an der Stelle liegt, wo 1806 das Lager der serbischen Freiheitskämpfer unter Karađorđe beim Sturm auf die Festung lag eingerichtet wurde. Seit 1848 findet sich hier auch das erste Monument der Stadt. Die größten Grünanlagen sind zum einen die Flussinseln Veliko ratno ostrovo, 211 ha und mit 800 ha die Ada ciganlija, sowie die waldreichen (330 ha) Košutnjak- und (111 ha) Topčider-Hügel. In Topčider liegt der Milošev konak, die ehemalige Residenz von Miloš Obrenović. In Košutnjak findet sich das weitläufige Anwesen der Karađorđević-Dynastie, mit den Schlössern Beli dvor und dem Königlichen Schloss auf dem Dedinje. Besondere Bedeutung hat der Park 25. Maj auf dem Dedinje. Er umfasst den Komplex der ehemaligen Residenz Josip Broz Titos und gehört heute zu den Museen der Geschichte Jugoslawiens. Innerhalb der Anlage liegt das Grabmal Titos, Kuča cveča, sowie seine drei Residenzvillen. Im Park versammeln sich zum Geburts- und Todestag Titos (4. Mai und 25. Mai) jedes Jahr zahlreiche Anhänger. In Novi Beograd bestehen mehrere größere Grünflächen an den Ufern von Save und Donau. Direkt im Mündungswinkel liegt der 14 ha große Park prijateljstva. Im Park befinden sich auch das größte Hochhaus der Stadt Ušče sowie das Museum für Moderne Kunst, sowie die Grundsteine des niemals erbauten Revolutionsmuseums. Der Park wurde anlässlich der Ersten Konferenz der Blockfreien Bewegung 1961 eingerichtet. Viele der Staatschefs pflanzten symbolisch einen Baum in die Allee des Friedens. Darunter finden sich die Tafeln von Nasser, Nehru, Leonid Breschnew, Jimmy Carter, Michail Gorbatschow, Bischof Makarios, Fidel Castro, Muammar al-Gaddafi, Indira Gandhi, Nicolae Ceauşescu und anderen. Der ehemalige Präsident Jugoslawiens Slobodan Milošević weihte hier am 21. Juni 2000 das Denkmal der ewigen Flamme als Erinnerung an die Toten der Nato Bombardierung von 1999 ein. Ein Gedächtnispark für das KZ Staro Sajmiste befindet sich am Ort der alten Messe von Belgrad gegenüber des Stadtteils Savski Venac. Das KZ bestand von 1941 bis 1944 und hatte 100.000 Lagerinsassen, von denen ca. 50.000 umkamen. Am 21. April 1995 wurde hier eine zehn Meter hohe Statue im Gedenken an die Opfer eingeweiht, allerdings ohne besondere Erwähnung der ermordeten Juden. Es gibt Bemühungen, die Gedenkstätte weiter auszubauen.
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